Was bitte schön ist Yin Yoga?

Yin Yoga Energiespender - Yoga Breeze

Obwohl sich die Yin Yoga Praxis in Zürich einer immer grösseren Beliebtheit erfreut, wissen viele nicht, was Yin Yoga ist. Immer wieder merke ich, dass viele meinen es handle sich so ein bisschen um Wellness- und Wohlfühlyoga wo man eigentlich nichts machen muss und einfach nur chilled. Deshalb hier der Versuch etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Yin Yoga ist eine tolle Praxis und eine super Ergänzung zu jeder anderen Yoga oder sonstigen Praxis. Sie ist ein natürliches Aufputschmittel und ein Energiespender. Aber…für viele von uns kann sie erst mal eine ganz schöne Herausforderung sein.

Die Yin Yoga Praxis

Yin Yoga ist eine langsame, achtsame und passive Yoga Praxis welche ihren Ursprung im taoistischen Yoga hat. Gegründet wurde sie in den USA von Paulie Zink und wird heute vor allem sehr stark von den beiden Yogalehrern Paul Grilley und Sarah Powers geprägt.

Im Gegensatz zu den bekannteren Yang Yoga Stilen wie zum Beispiel Hatha oder Asthanga Yoga wird Yin Yoga mit möglichst wenig Muskelkraft praktiziert. Die Stellungen werden in der Regel 3-5 Minuten, aber auch bis zu 20 Minuten gehalten. Dieses lange, passive Halten einer Stellung erlaubt es dem Körper sich komplett, bis in die tiefsten Ebenen hinein, zu entspannen und zu regenerieren. Die Aufmerksamkeit wird dabei ganz nach Innen gerichtet – was Yin Yoga einen meditativen Charakter gibt. So kannst du deinen Energiespeicher aufladen und dich mit Kraft und Energie versorgen.

Die drei Ebenen einer Yin Yoga Praxis

Die Yin Yoga Praxis setzt sich mit allen drei Ebenen unseres Seins auseinander: der physischen, der energetischen und der geistigen Ebene. Nachfolgend ein kleiner Überblick über die einzelnen Ebenen.

Die Physische Ebene

Während bei einer aktiven Yang Praxis das Augenmerk hauptsächlich auf den Muskeln, auf Kraft und Bewegung gerichtet ist, profitieren von einer Yin Yoga Praxis besonders die tiefer liegenden Bereiche unseres Körpers wie die Knochen, das Bindegewebe, Gelenke, Bänder, Sehnen und die Organe.

Die langsame und aufmerksame Herangehensweise an eine Yin Stellung und das lange, entspannte Halten dieser, erlauben es dir, momentane physische Einschränkungen und Grenzen zu erforschen, dich ohne Stress an diese heranzutasten und sie Schritt für Schritt zu verschieben und auszudehnen, ohne dabei Verletzungen zu riskieren. Dabei entwickelt und vertieft sich mit der Zeit dein Gespür für den eigenen Körper und dein Wohlbefinden. Die Bereitschaft, auf den Körper und eigene Bedürfnisse zu hören wächst mit jeder Praxiseinheit.

Die energetische Ebene

Die östliche Medizin kennt neben dem physischen noch den energetischen Körper. Dieser energetische Körper besteht aus feinen Energieflüssen welche den ganzen Körper wie ein Netz überziehen. Im Yin Yoga wird auf die 12 Hauptmeridiane (Hauptenergieflüsse) eingegangen. Jeder dieser Meridiane steht im Verbund mit einem bestimmten Körperorgan. Jedes Organ wiederum weist ganz spezifische Funktionen sowohl im physischen wie auch im energetischen Bereich auf.  Blockaden im einen Bereich haben immer auch einen Einfluss auf den anderen Bereich. Sehr oft führen zum Beispiel Verspannungen im physischen Bereich zu Blockaden im Energiefluss. Das Qi (Energie) kann nicht mehr frei fliessen, wodurch ein oder mehrere Organe energetisch unterversorgt werden. Das betroffene Organ erfährt dadurch eine Schwächung und wird schlussendlich anfällig für Erkrankungen und Verletzungen.

Mit den passenden Yin Stellungen kannst du bewusst Energie zurück in geschwächte Bereiche und blockierte Energiebahnen leiten und so Blockaden im energetischen Körper lösen und den Qi Fluss wieder in Gang bringen. So können sich betroffene Bereich erholen und entspannen.

Die geistige Ebene

Als ich das erste Mal Yin Yoga gemacht habe, habe ich meinen Lehrer und mich innerlich verflucht (hauptsächlich ihn). Ich habe 90 Minuten mehr oder weniger still vor mich hin gelitten. Ich war damals in einem unglaublich stressigen Job, konnte meine Gedanken nicht abschalten, nicht eine Sekunde still sitzen und mein ganzer Körper war steiff und unbeweglich. Trotzdem bin ich immer und immer wieder in die Stunde zurückgekehrt und habe immer und immer wieder herzhaft gelitten. Denn nach jeder durchlittenen Yin Yoga Stunde lief ich wie auf Watte nach Hause und wurde mit einem tiefen, absolut erholsamen und sorgenlosen Schlaf belohnt.

Yin Yoga ist also nicht unbedingt bequem. Obwohl die Muskeln entspannt werden kann es dennoch durch das lange Halten einer Stellung zu anstrengenden, unbequemen und fordernden Momenten kommen. Schnell werden wir ungeduldig oder langweilen uns weil im Aussen nichts passiert – absolut nichts! Deshalb erfordert Yin Yoga deine ganze Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Geduld und Akzeptanz. Oft bedeutet, sich auf eine Yin Stellung einzulassen, sich aus der Komfortzone heraus zu bewegen. Hier bietet es sich an, Grenzen sowie Gefühlslagen – seien diese physischer oder phsychischer Natur – wahrzunehmen und zu erkunden (z.B. Ungeduld, Langweile, Freude). Yin Yoga bietet dir die perfekte Gelegenheit dich deiner gedanklichen Muster gewahr zu werden, sie zu studieren und ihre Funktionsweise verstehen zu lernen. Dies ermöglicht dir schlussendlich, unerwünschte Muster zu verändern und aufzulösen.

Die Belohnung

So wie es mir erging, wirst du am Ende jeder Yin Yoga Praxis, sofern du dich auf alle Aspekte eingelassen hast, mit einem unglaublichen Wohlgefühl und viel frischer Energie belohnt. Zudem, dich vollständig in eine Yin Yoga Stellung hinein zu entspannen, dich ihr hinzugeben, zu akzeptieren was ist und ruhig und gelassen zu bleiben, ist eine wunderbare Übung um schlussendlich auch “off the mat” mit schwierigen Situationen und Momenten gelassen umgehen zu können.

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Susann

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