Die Kunst der Meditation – mit einfachen Tricks in die Meditation finden

Die Kunst der Meditation - Yoga Breeze

“Die Kunst der Meditation ist, mit deinem ganzen Wesen zuzuhören.
In diesem Moment,
in dieser Stille,
fallen deine Begrenzungen,
deine Verteidigungsmechanismen,
und du wirst eins.

Hör so tief zu, dass du verschwindest
und nur das Wesentliche und Ewige
in dir bleibt.“
Osho

Eine liebe Freundin von mir hat mir dieses schöne Zitat von Osho geschickt. Vor jeder Meditation lese ich es für mich ein- bis zweimal durch und stimme mich auf meine Meditation ein.

Und wahrlich ist es eine Kunst! Für mich ist es an manchen Tagen schon eine Kunst überhaupt zuzuhören, geschweige denn mit meinem ganzen Wesen. Immer wieder “erwische” ich mich, wie ich, kaum sitze ich, sofort über alles mögliche nachdenke – von Zuhören und Achtsamkeit keine Spur. Das gedankliche Karussell reisst mich von einem Gedanken zum nächsten,…der Tag wird geplant, Probleme werden gelöst, über Gespräche wird nachgedacht,…die Gedanken werden wie Kleidungsstücke in einer Waschmaschine durcheinander gewirbelt und herumgeworfen. Sie tauchen auf, verschwinden wieder, um dann gleich von Neuem aufzutauchen. Es gibt Tage, an denen mein Kopfkino schon beim Akt des mich Hinsetzens in actionreichem Tempo loslegt und sich für den Rest der Zeit nicht mehr stoppen lässt. Oder aber ich schaffe es nicht einmal mich überhaupt hinzusetzen.

Routine ist alles

Routine ist deshalb für eine stabile Meditation Praxis extrem wichtig. Besonders wenn du noch am Anfang deiner Praxis stehst. Es macht Sinn, dass du dir ein Ritual zurechtlegst welches dir hilft in deine Meditation zu finden und welches du vor jeder Meditation zelebrierst.

Das Zitat von Osho habe ich unterdessen ganz in meine Praxis integriert, denn es hilft mir, das oben beschriebene Karussell zu verlangsamen und vor der Meditation bereits in die Achtsamkeit zu kommen, mich zu zentrieren und in meine Mitte zu finden. Es erinnert mich jedes Mal aufs Neue daran, weshalb ich mich überhaupt aufs Kissen setze und lässt mich ruhig werden.

Nachfolgend sechs einfache Tipps um dir deine eigene Meditationspraxis aufzubauen.

1) Die Tageszeit

Finde heraus, um welche Zeit dir die Meditation am besten gelingt und reserviere dir diese Zeit dann fix für die Meditation. Es ist wichtig, dass du dich möglichst immer zur gleichen Zeit hinsetzt, so kannst du dich ganz darauf einstellen und es wird dir immer leichter fallen. Schau, dass du nicht direkt nach dem Essen meditierst. Dann ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt und hat nur wenig Energie für die Meditation. Bitte dein Umfeld um Verständnis und darum, dich während dieser Zeit nicht zu stören.

2) Der Ort

Suche dir einen geeigneten Platz und richte dir diesen für die Meditation möglichst stimmig ein. Meditiere immer dort. Halte den Ort sauber und gemütlich. Versuche diesen Ort ausschliesslich für die Meditation zu nutzen. Achte darauf, dass es möglichst keine störenden Geräusche gibt (wie das Ticken einer Uhr zum Beispiel). Mit der Zeit wird die Energie an diesem Ort immer stärker und unterstützt dich in deiner Praxis.

3) Die Dauer

Entscheide, wie lange du jeweils meditieren möchtest. Fang nicht zu ehrgeizig an, lieber nur wenige Minuten dafür regelmässig und konzentriert. Du kannst die Dauer dann langsam steigern. 8 Minuten, welche du täglich einhältst, sind besser als dir eine Stunde vorzunehmen, welche du dann schlussendlich nur unregelmässig machst, weil dir die Zeit fehlt, die Beine oder der Rücken schmerzen, du komplett unkonzentriert oder genervt bist.

4) Das Ritual: Kerzen, Räucherstäbchen, Zitate & Co

Zünde vor der Meditation eine Kerze oder ein Räucherstäbchen an, lies ein Zitat oder Gedicht. Versprich dir jedes Mal von Neuem, dass du dich während der Zeit auf dem Kissen ganz der Meditationspraxis widmest und du dein Bestes gibst. Was auch immer dein Ritual ist, stelle sicher, dass der Ablauf jeden Tag der gleiche ist.

5) Die Disziplin: Innerer Schweinehund und Ausreden

Mach eine Challenge aus deiner Praxis. Nimm dir vor, z.B. für 30 Tage jeden Tag zu meditieren. Schaffst du es, belohnst du dich mit etwas Schönem. Das Blatt mit den dreissig Tagen hängst du an einem gut sichtbaren Platz auf.
Und dann setz dich jeden Tag hin und tu es! Meditiere! Denk nicht darüber nach sondern tu es einfach. Lass dich nicht unterkriegen, gib nicht auf.

6) Die Belohnung: Schulterklopfen und Grinsen

Zelebriere deinen Erfolge – auch wenn sie ganz klein sind. Sei stolz auf dich. Stell dich deshalb jeden Tag nach der Meditation vor dein Blatt und male feierlich einen dicken fetten Hacken auf deine Liste, grinse breit dazu und klopfe dir ein paar Mal auf die Schulter. Den feierlichen Akt kannst du allenfalls sogar noch mit etwas Musik unterstreichen.  Meine ganz persönlichen Favoriten: Eye of Tiger und Feeling good 🙂

Meine persönliches Ritual

Bei mir sieht das so aus: ich krieche jeden Tag um 5.30 aus dem Bett, strecke und recke mich, erledige meine Kriyas, zünde eine Kerze an, setze mich aufs Kissen, wickle einen grossen Schal um mich und lese das Osho Zitat. Anschliessend sage ich für mich immer den gleichen Spruch auf und stelle mir dabei Buddha vor, wie er unter dem Bodhi Baum sitzt mit einem kleinen Lächeln im Gesicht:

“Ich lasse mich ganz auf die Meditation ein und gebe mein Bestes. Ich bin wach und achtsam. Ich bin offen und nehme an, was auch immer kommt.”

Hast du auch ein Ritual? Wie stimmst du dich ein? Verrate mir unten im Kommentarfeld deine Meditations-Tricks. Ich bin neugierig und freue mich.

Happy Meditation!
Susann

Bild: Iván Tejero

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2 Kommentare zu Die Kunst der Meditation – mit einfachen Tricks in die Meditation finden

  1. Herzlichen Dank für diesen Beitrag, liebe Susann!
    Mein Ritual: eine Kerze anzünden und dann 3 Runden Kapalabhati Atmung. So werde ich meiner Atmung bewusst und ich kann den Kopf ‚leeren‘ 🙂

  2. Vielen Dank für diesen Beitrag. War spannend zu erfahren, wie dein Ritual aussieht.

    Ich würde meine Meditation so beschreiben:
    Ich versuche während der Meditation nicht etwas zu erreichen (wie Gedanken Karussell verlangsamen oder Achtsamkeit zu erhöhen) und auch keine Methode anzuwenden (wie Atem zählen oder sich etwas vorstellen). Sondern ich sitze einfach nur auf dem Kissen ohne irgend etwas anderes zu tun.

    Mir gefällt daran, dass es so simpel ist und sich sehr natürlich anfühlt.
    Über zu viele drehende Gedanke habe ich mir nie gross Sorgen gemacht. Sie sind von selber mit der Zeit zurückgegangen.

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